09.05.2019
| Europatag 2019

500 Luftballons für Europa
Gymnasium Werlte begeht Europatag mit zahlreichen Aktionen

Mehr als 500 prall gefüllte Luftballons mit der Fahne der EU ließen die Werlter Gymnasiasten am Donnerstag in den Himmel aufsteigen. Auch sonst stand der 9. Mai am Gymnasium Werlte ganz im Zeichen Europas. Von der Begehung des Europäischen Geschichtswegs über die Lesung „Anne Frank“, eine europäische Lebensgeschichte, von der Europawahl 2019 über das kulturelle Erbe Europas bis hin zum Brexit – in zahlreichen Facetten setzten sich die Werlter Gymnasiasten mit Themen rund um Europa auseinander. Kein Wunder, schon seit Jahren hat die Schule sich das Thema Europa auf die Fahne geschrieben und wurde bereits 2015 mit dem Titel Europaschule in Niedersachsen ausgezeichnet.

Der Europatag geht zurück auf Frankreichs Außenminister Robert Schuman, der am 9. Mai 1950 vorschlug, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Daraufhin wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet, auch Montanunion genannt, die den Grundstein der heutigen Europäischen Union bilden sollte.

Dieses für die Geschichte der EU zentrale Datum wollten die Werlter Gymnasiasten gebührend begehen. Für alle Jahrgänge war deshalb ein Besuch der szenischen Lesung „Anne Frank“ – eine europäische Lebensgeschichte vorgesehen. Darüber hinaus konnten die Klassen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern eigene Schwerpunkte setzen.

Aus Hannover waren zwei Schauspieler des Theaters in der List angereist, die abwechselnd Auszüge aus Anne Franks Tagebuch vortrugen. Dabei wurden die typischen Gedanken und Gefühle einer Jugendlichen deutlich, aber auch die bedrückende Situation des Verstecks und die Angst vor Entdeckung wurde für die jungen Zuhörer spürbar. Musikalische Untermalung und Fotos aus dem Versteck der Familie in einem Amsterdamer Lagerhaus, aber auch von Verhaftung und Deportation der europäischen Juden in die Vernichtungslager rundeten die Lesung ab.

Besonders die jüngeren Kinder stellen anschließend zahlreiche Fragen: „Wer hat die Familien verraten? Warum trugen die Juden den gelben Stern?“ Aber auch: „Was ist aus Annes Vater geworden?“ Er hatte als einziger der Familie überlebt. Bei den älteren Jugendlichen herrschten Ergriffenheit und Nachdenklichkeit vor.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Gleich zwei Klassen hatten ihren Europa-Beitrag unter das Motto „Kulinarische Reise durch Europa“ gestellt. Von schwedischen Hackbällchen über englisches Frühstück, deutsche Brezeln und französische Baguettes bis zu polnischem Gebäck und belgischen Waffeln oder spanischem Salat reichte das Angebot. Zusätzliche geistige Nahrung fanden die Jungen und Mädchen an einem Infostand mit einer Fülle von kostenlosen Broschüren, Karten und Flyern rund um Europa.

Eher spielerisch erforschten die 5. und 6. Klassen das Thema Europa. So bastelten sie ein Memory-Spiel mit EU-Flaggen oder begaben sich im Würfelspiel auf eine Reise durch Europa. Die Europa-EG hatte eine ganze Stellwand mit allen Flaggen der (noch) 28 Mitgliedsländer der EU erstellt, auf der man mit Extrakarten die zugehörigen Ländernamen und Hauptstädte zuordnen konnte, um so die eigenen Kenntnisse in der europäischen Länderkunde zu testen. Die 7. und 8. Klassen erkundeten z. B. das kulturelle Erbe Europas bzw. Fragen des Klimaschutzes in Europa oder die deutsch-französischen Beziehungen und Europas Geschichte in der Zeit der Hanse.

Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen setzten sich mit der bevorstehenden Europawahl am 26. Mai auseinander. Andere analysierten Wahl-Werbespots und drehten einen eigenen Film zur Europawahl. Den Europäischen Geschichtsweg, der 2012 in Sögel eingerichtet worden ist, erkundete eine andere 10. Klasse. Sögel ist der einzige Standort des Europäischen Geschichtsweges in Deutschland und einer von insgesamt nur vier Standorten in Europa, neben Deutschland existiert der Europäische Geschichtsweg noch in Polen, Frankreich und den Niederlanden.

Heiner Wellenbrock, ehemaliger Sögeler Bürgermeister und Mitarbeiter der Sögeler Geschichtswerkstatt stellte den Jugendlichen exemplarisch die Anne Frank-Säule vor, eine von 40 Stelen zu markanten historischen Ereignissen in Europa. Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen je zwei Stelen und präsentierten den anderen Gruppen in der Geschichtswerkstatt ihre Ergebnisse.

Natürlich spielte auch der Brexit beim Europatag des Gymnasiums eine wichtige Rolle. Die 9. Klassen setzten sich intensiv in englischer Sprache mit dem Brexit-Prozess und dem Pro und Kontra auseinander. Dabei waren die Jungen und Mädchen sich einig, dass der Brexit keine gute Idee ist. So erklärt der 14jährige Henri Köbbe: „Ich finde den Brexit komisch, weil die Briten doch auch viele Vorteile in der EU hatten. Und für uns in Deutschland ist es auch schlecht.“ „Ich finde den Brexit blöd,“ meint Klara Borgmann (15 Jahre), „weil alles schwerer wird: Reisen nach Großbritannien, dort zu studieren – einfach alles wird komplizierter. Und der 15jährige Steffen Schwarte ist sicher: „Bei einer neuen Abstimmung wären die Briten jetzt bestimmt dafür, in der EU zu bleiben.“

 

 

Gymnasium Werlte

Kolpingstraße 6

49757 Werlte

 

Tel.: 05951 - 833 80 90

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